Logo Kunst Museum Magdeburg

    Sammlung Historische Skulptur

 

 

Im Mittleren Tonnengewölbe sind Skulpturen des 13. bis 18. Jahrhunderts ausgestellt. Sie sind im Laufe der letzten einhundertfünfzig Jahre für die museale Sammlung erworben worden und haben keinen Bezug zum Gebäude, in dem sie sich heute befinden. Von der im Mittelalter einst reichen Ausstattung des ehemaligen Prämonstratenserstiftes Unser Lieben Frauen ist nach dem Dreißigjährigen Krieg nichts erhalten geblieben. 
Die Bildwerke entstammen ausnahmslos dem religiösen Kontext und haben heute ihre ursprüngliche Funktion im Rahmen der Religion verloren. Ob als Einzelskulptur auf dem Altar, als Figur in einem größeren Figurenzusammenhang - zum Beispiel in einem Schrein auf dem Altar oder als Einzelfigur an einem Pfeiler im Kircheninnenraum angebracht, immer dienten sie der Vergegenwärtigung des Heilsgeschehens.


Aus dem internationalen Kunsthandel sowie durch private Sammler und Sponsoren gelangten die Bildwerke in die museale Sammlung. Für die wenigsten Werke sind Hinweise auf die Zusammenhänge ihrer Entstehung, die Werkstatt des Künstlers, die Auftraggeber oder den ursprünglichen Aufstellungsort überliefert. Dennoch ist es möglich, anhand stilkritischer Zuschreibungen für viele Skulpturen die Regionen zu benennen, in denen sie entstanden sind. Diese reichen von den brabantischen Niederlanden und dem Kölner Raum, über das Harzvorland, Sachsen und Thüringen bis nach Süddeutschland und Böhmen.

 

Im Unteren Tonnengewölbe, vom mittleren Tonnengewölbe über eine Treppe erreichbar, befindet sich eine kleine exqusite Auswahl von Skulpturen der Antike, aus dem frühneuzeitlichen Italien sowie des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts. Zu erwähnen ist der „Torso eines Knaben", eine römische Marmorkopie nach einem Werk aus dem Umfeld des Polyklet oder eine Madonna aus dem Umkreis Donatellos. Mit Johann Gottfried Schadows „Fridericus Rex" von 1807 klingt die Berliner Bildhauerschule des Klassizismus an. Von den Werken der klassischen Moderne, ist Wilhelm Lehmbrucks „Hagener Torso" von 1906 zu nennen.

 

Die so genannte Hochsäulige Kapelle, neben der Kirche am Ostende des Kreuzganges gelegen und von diesem aus zugänglich, nimmt jenen Sammlungsbestand historischer Skulpturen auf, die aus den im II. Wekltkrieg zerstörten Magdeburger Kirchen gerettet wurden. Neben einem Epitaphstein aus dem Beginn des 15. Jahrhunderts mit der Darstellung der sog. "Löwen-Madonna" (einer Schönen Madonna auf einem Löwen), befinden sich darunter Steinbildwerke der Riemenschneiderschule, eine schöne Figur des hl. Jacobus aus der Mitte des 16. Jahrhunderts und eine große Christopherusfigur aus Sandstein.